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Wie du dich vom Konkurrenzdruck befreien kannst

Lena Hedemann Blockaden, Potentialentfaltung, Tabuthema

Die Konkurrenz schläft nie!

Was für ein schrecklicher Satz, oder?! Er sagt: Du musst dich beeilen, schnell, schneller! Streng dich noch mehr an, sei besser! Husch, husch! Was für einen Stress, der macht. Früher hat er schon gestresst, aber heutzutage im Zeitalter des Internets? Oh je, Superstress! Die Konkurrenz schläft ja wirklich nie! Irgendwo auf der Welt ist immer einer wach. Was für ein Konkurrenzdruck! Wie soll ich da jemals mithalten?!

Ich habe den Satz früher öfter in meiner Familie gehört, vielleicht im Spaß dahingesagt. Oder als Motivation sich anzustrengen. Aber er hat mich doch ganz schön geprägt. Ich habe lange geglaubt, nur wenn ich schneller und besser bin als andere, bin ich überhaupt erst gut genug.

Hat mich der Konkurrenzdruck erfolgreicher sein lassen?

Jein. Es kommt darauf an, wie man Erfolg definiert: Hat es mich auf der Karriereleiter weiter nach oben steigen lassen? Ja. Hat es mich glücklich gemacht? Nein. Denn mit diesem Satz sind auch Freunde oder Geschwister zu potentiellen Konkurrenten geworden, die mir etwas wegnehmen könnten. Ich fühlte mich nicht nur ständig getrieben, sondern auch einsam. Getrennt von der Welt. Ich gegen den Rest der Welt. Immer im Kampf, um ja schneller und weiter zu sein als die Anderen.

Und wozu das alles? Das, was wonach ich mich gesehnt habe, war Anerkennung. Da gab es dieses kleine verletzte Mädchen in mir, was sich damals nicht genug gesehen fühlte.

Doch Fakt ist: Alle Anerkennung der Welt, die ich heute bekommen würde, könnte niemals den Mangel von damals ausgleichen. Egal, wie erfolgreich ich bin, ich könnte vor einem Millionenpublikum auf allen Bühnen der Welt tanzen, der kleinen Lena von damals würde das nicht helfen. Es lässt sich mit nichts von heute mehr nachholen. Aber es gibt etwas, was mir geholfen hat und das möchte ich heute mit euch teilen.

Fünf Schritte, die dich vom Konkurrenzdruck befreien

Den Konkurrenzdruck anerkennen

Feeling is healing. Erst, wenn ich mir bewusst mache, dass etwas überhaupt existiert, dann kann ich es auch verändern. Ich vergleiche das immer mit einem Alkoholiker. Wenn er das Problem zugibt, dann ist der wichtigste Schritt in Richtung Heilung getan. Dieses Eingeständnis kann sehr schmerzhaft sein.

Und dann braucht es auch noch viel Mut, dieses Gefühl auch zu fühlen und nicht, wie gewohnt, wegzudrücken oder sich abzulenken. Dabei wird meistens sofort unser Fluchtimpuls ausgelöst. Bei mir zeigt der sich ganz gerne dadurch, dass ich Hunger bekomme. Ich muss dann sofort aufstehen und mir etwas zu essen holen. Und dadurch habe ich mich auch gleich wunderbar wieder abgelenkt und schon wieder „vergessen“ das Gefühl zu fühlen.

Doppelt schmerzhaft wird es dann auch, wenn ich es schon erkannt habe, dann aber trotzdem nicht damit aufhören kann. Dann bin ich mir nicht nur dessen bewusst, sondern fühle mich auch noch dumm, weil ich den gleichen Fehler schon wieder gemacht habe. Ich denke dabei immer an die Geschichte mit dem Loch in der Straße aus dem Tibetischen Buch von Leben und Sterben, die gut erklärt, wie es mit dem Ändern von Glaubenssätzen funktioniert:

Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
Ich gehe eine andere Straße.

Im ersten und Absatz bin ich mir meines behindernden Glaubenssatzes nicht bewusst, deswegen ist es nicht meine Schuld. Im dritten Absatz bin ich mir bewusst, aber ich kann es noch nicht ändern. Vielleicht falle ich noch oft in das Loch und fühle mich ziemlich doof deswegen. Aber irgendwann schaffe ich es kurz vorher innezuhalten und nicht mehr hineinzufallen. Bis ich dann sogar ganz davon frei bin und eine ganz andere Straße laufe.

Das innere Kind versöhnen

Das innere Kind steht für die Prägungen aus unserer Kindheit. Es speichert unsere negativen Glaubenssätze und belastende Gefühle ab und beeinflusst unterbewusst unsere Entscheidungen, Emotionen und Ängste. Negative Erfahrungen aus unserer Kindheit haben also auch heute noch große Auswirkungen auf uns. Es begleitet uns unser Leben lang und hat schmerzhafte Erfahrungen, die uns selbst nicht mehr bewusst sind, nie vergessen.

Ein wunderbares Buch zu diesem Thema ist „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stephanie Stahl. Damit lässt sich auch sehr gut alleine an diesem Thema arbeiten. Du kannst es aber auch jetzt gleich einfach einmal direkt ausprobieren: Schließe deine Augen und denke an deinen Konkurrenzdruck. Nimm den Stress war, der dadurch ausgelöst wird. Und frage dein inneres Kind ganz sanft, was es braucht. Vielleicht will es in den Arm genommen werden. Oder es will zeigen, was es alles gut gemacht hat. Gibt ihm, was es braucht und nimm dir Zeit für es.

„Was wäre, wenn die Verletzungen in deiner Kindheit nur dazu da waren, damit du zu dem Menschen wirst, den du als Kind so sehr gebraucht hättest.“

Susanne Hühn

Mir ist an dieser Stelle wichtig zu sagen, dass es, bei der Arbeit mit dem inneren Kind, nicht darum geht, herauszufinden, was die Eltern alles falsch gemacht haben und dass sie ja dann Schuld sind an all unseren Problemen. Eltern sind nicht perfekt und Kinder haben ganz schön viele Bedürfnisse. Das weiß ich spätestens jetzt, wo ich selbst Mutter bin. Auch der idealsten Mutter passiert es mal, dass sie ein Bedürfnis übersieht. Vor allem sind Eltern aber auch nur Menschen. Menschen mit eigenen verletzten Kindern. Wo ich selbst eine Verletztung habe, da kann ich auch nicht uneingeschränkt geben. Wo sie selbst als Kinder nicht genug Anerkennung bekommen haben, das können sie (falls sie es nicht schon geheilt haben), bei ihren Kinder wahrscheinlich auch nicht anerkennen.

Dein inneres Kind darf aber trotzdem deshalb traurig sein, das Gefühl muss gefühlt werden. Es sollte nicht mit einem “sie konnten ja nicht anders” abgespeist werden. Dann kann es heilen. Aber sich deshalb als Opfer zu fühlen.

Sisterhood leben

Ich bin ein großer Fan von Frauenkreisen, in denen eine ehrliche und konkurrenzfreie Begegnung möglich ist. Als ich das erste Mal erlebt habe, was für eine intensive Verbindung entsteht, wenn wir uns offen und ehrlich mit unseren Wunden zeigen, war das an sich schon für mich eine große Befreiung. Ich konnte die große Stärke wahrnehmen, die entsteht, wenn Frauen sich als Unterstützerinnen begegnen und nicht als Konkurrentinnen. Wie es ist, sich fallen lassen zu können, ohne Angst zu haben, verurteilt zu werden.

Im Kreis sagst du «JA» zu deiner Seele.

Larissa Deuter

Mehr über dieses Thema erfährst du auf der Seite von Gypsie Mama aus Berlin, deren Kreise ich sehr wertschätze. Es gibt aber mittlerweile auch Online-Frauenkreise, beispielsweise von Pia Mortimer oder Charleen Fabian.

Deine Einzigartigkeit erkennen

Jeder Mensch ist völlig einzigartig, niemand ist wie du! Und deshalb sind wir im Grunde auch alle völlig konkurrenzfrei. Je mehr ich mir meiner Einzigartigkeit bewusst bin, desto weniger brauche ich mich mit anderen vergleichen. Je mehr ich mir meiner Talente und Gaben bewusst bin, desto weniger muss ich versuchen genauso zu sein wie die Anderen.

Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug!

Eckhard von Hirschhausen

Ja, im Internet gibt es eine Millionen Konkurrenten. Aber keiner ist wie du. Da draußen gibt es Kunden oder Arbeitgeber, die genau dich wollen und sonst keinen anderen. Aber wie sollen die dich finden, wenn du dich nicht traust, dich zu zeigen? Genau so verstehen ich Marketing:

Marketing = Help your customers to find you.

Diese Fragen bringen dich deinen Talenten auf die Spur:

  • Was hast du als Kind gerne gemacht? Womit konntest du dich stundenlang beschäftigen?
  • Was tue ich immer wieder besonders gerne?
  • Womit mache ich anderen eine Freude?
  • Was gelingt mir besonders gut?
  • Wofür danken dir andere immer wieder?
  • Was unterscheidet dich von allen anderen?
  • Was fehlt dir, wenn du es nicht tun kannst?
  • Was war das einschneidenste Ereignis, in deinem Leben?
  • Wie hast du es geschafft, es zu meistern?

Du musst dich nicht irgendwem aufschwatzen, sondern genau die finden, die zu dir passen und sehnsüchtig auf dich warten. In diesem Artikel kannst du mehr darüber lesen, wie dein Selbstbild deinen Erfolg beeinflußt. Hör auf dich zu vergleichen und lebe deine Einzigartigkeit.

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Interessanterweise ist es gerade unsere Andersartigkeit, die die Einzigartigkeit ausmacht. Da wir aber meistens keine positive Erfahrung damit machen, anders zu sein, verstecken wir, je älter wir werden, gerade diese Einzigartigkeit.

Laura Malina Seiler in ihrem Buch “Mögest du glücklich sein”

Irgendwo ausgeschlossen zu werden oder nicht dazu zu gehören, weil man anders ist, ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die es gibt. Da steckt noch eine ganz instinktive Angst in uns, für den Höhlenmenschen war es ja auch essentiell zu seiner Herde dazu zu gehören. Wenn die Gefahr besteht, dass wir, wegen unserer Andersartigkeit, ausgeschlossen werden, dann fangen wir an uns anzupassen, um dieser Gefahr zu entgehen. Und vergessen dabei, wer wir wirklich sind.

Die Brille tauschen

Denn es gibt nicht nur eine Millionen Konkurrenten, sondern auch noch ziemlich viele Interessenten. Wenn du ein Angebot hast, was keinen interessiert, dann hast du dich wahrscheinlich einfach noch nicht gut ausgerichtet. Wenn dein Angebot aber gut ist, dann wird es auch viel Nachfrage geben. Sei es nun von Kunden oder von Arbeitgebern. Der Grund, wieso es nun so viele Coaches gibt ist, dass gerade auch viele Menschen dort einen Bedarf haben. Wir sind ein großes Team, das die Welt ein Stückchen besser machen will.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland sieht so gut aus, wie schon lange nicht mehr. Die Unternehmen sind mittlerweile diejenigen, die um die guten Mitarbeiter konkurrieren. In Gesprächen mit Klienten, habe ich oft das Gefühl, diese Nachricht ist noch nicht richtig angekommen. Die Angst keinen Job zu finden, ist noch tief verwurzelt. Aber sie stammt einfach aus einer anderen Zeit. Im Jahr 2019 sieht die Lage viel besser aus. Und ich erlebe immer wieder, wie viele Möglichkeiten sich auf einmal auftun, wenn wir uns das bewusst machen.

Das ist so als tauscht man die Brille: Wenn ich glaube, der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft und es ist schwer einen Job zu finden, dann sehe ich alles durch diese Brille. Alles, was ich sehe, wird gefiltert durch diese Brille. Selbst, wenn tolle Angebote vor meiner Nase liegen, dann werde ich sie einfach nicht sehen oder einen Grund erfinden, wieso sie nicht für mich in Frage kommen.

Wenn ich aber die Brille tausche, dann sehe ich auf einmal ziemlich viele Möglichkeiten. Das ist vor allem eine Sache des Fokus. Vielleicht hast du das schon mal bemerkt, wenn du zum Beispiel ein neues Auto kaufen wolltest. Du willst einen roten Mini Cooper kaufen und wenn du dich umschaust, siehst du, wie viele es davon in deiner Stadt gibt. Das hast du vorher gar nicht bemerkt.

Unser Gehirn such immer einen Beweis für das, was wir glauben. Wenn wir glauben, es gibt viel Konkurrenz, dann gibt es auch viel Konkurrenz. Aus dem einfachen Grund, weil wir unser Gehirn darauf ausrichten, dafür einen Beweis zu liefern. Es ist dafür einfach unser Dienstleister. Und jetzt sage ich dir voller Überzeugung, in der Hoffnung du kannst es glauben: Es ist genug für alle da! Lauf heute nur mal einen Tag mit dieser anderen Brille herum und schau, was dir begegnet.

Die Welt braucht dich! Teile dein Leuchten.

Deine


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