Wie du deine Kreativität wiederfinden kannst mit Art Journaling

Kennst du schon Art-Journaling? Es ist eine Art kreatives Tagebuch schreiben, indem man kann seine Gedanken, Gefühle und Ideen in Form von Bildern oder Collagen zu Papier bringt. Ich finde, es ist eine total tolle Methode, um einerseits kreative Hemmungen zu überwinden und andererseits mit seinen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Das Art Journaling ist für mich eine Reise zu mir selbst, ich bin dort einem ganz unbekannten Teil von mir begegnet und es hat mir definitiv geholfen, viel mehr meiner Intuition zu vertrauen.

Ich dachte immer, ich bin überhaupt nicht kreativ.

Das war ich doch noch nie. Kunst war so ein Hassfach für mich in der Schule. Ich habe mir meine Bilder von meiner Schwester oder einer Freundin malen lassen und die dann beim Lehrer abgegeben. So im Nachhinein betrachtet hat Kunst im Schulunterricht ja auch nicht wirklich viel mit kreativ sein zu tun. Allein schon für das Ergebnis eine Note zu bekommen, hat bei mir jede kreative Ader im Keim erstickt. Erst das Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron hat bei mir langsam die Hoffnung aufkommen lassen, ich könnte eventuell doch kreativ sein. Und so bin ich langsam zum Art Journaling gekommen, denn dort geht es in erster Linie auch gar nicht darum, dass ein schönes Bild dabei rauskommen muss.

Es geht viel mehr darum Spaß am Umgang mit Materialien und Farben zu haben und seinen Gefühlen Ausdruck zu geben.

Was für eine Befreiung, denn der Druck ein schönes Bild zu erschaffen, hat mich immer davon abgehalten überhaupt einen Stift in die Hand zu nehmen. Da kamen gleich Glaubenssätze wie „das kann ich nicht“ ganz groß auf.

Je mehr ich mit Art Journaling gearbeitet habe, desto mehr Vertrauen hatte ich in mich. Das ging nicht von heute auf morgen, aber trotzdem in viel schnelleren Schritten voran als gedacht. Ich bin am Ende, wenn ich das Bild fertiggestellt habe, immer total überrascht, was dabei herausgekommen ist.

Das Unterbewusstsein versteht Bilder ja sowieso viel besser als Worte und hat so eine Möglichkeit mit uns zu kommunizieren.

Deshalb ist das Journaling eine wunderbare Selbstcoaching-Methode. Und immer mehr und mehr traue ich mich auf meine Intuition zu hören. Während des Prozesses prasseln meistens schon Erkenntnisse auf mich ein. Manche Bilder machen mir auch erst ein paar Wochen später klick. Dann verstehe ich, warum ich dieses Bild entstanden ist. Ich lerne von meinem Bild etwas über mich selbst und finde das Ergebnis, dann meistens auch total schön. Obwohl das gar nicht das Ziel war.

Heute traue ich mich sogar vor Freuden, die Kunst studiert haben, zu sagen, dass ich kreativ bin. Das hätte ich mir noch vor einem halben Jahr niemals vorstellen können. Und wenn ich als Coach mit Design Thinking arbeite, bin ich dort tatsächlich immer bekannt als „die Kreative“. Wer hätte das gedacht. 😊

Hast du jetzt auch Lust auf Art Journaling?

Wenn du jetzt auch Lust auf Art Journaling hast, dann kann ich dir, falls du in Berlin wohnst, den Kurs „Art Journaling & Creative Confidence“ von little Art empfehlen. Online gibt es einen tollen Kurs von Clarissa Hagenmeyer, der mich selbst in die kreative Routine gebracht hat. Auf Skillcare gibt es auch einige kostenfreie Kurse auf Englisch. Wer lieber liest, kann im Buch Kreativ Tagebücher gestalten, Inspiration finden.

Aber man kann natürlich auch ohne Kurs ganz einfach anfangen und erstmal eine Collage aus Zeitschriftenschnipseln machen und die dann nach Lust und Laune bemalen und einfach schauen, was sich daraus ergibt. Man braucht eigentlich nicht viel um damit zu starten: Natürlich ein Journal und dazu ein normaler Tuschkasten. Der tut es am Anfang auch. Bei mir sind mit der Zeit die Materialen gewachsen: Bessere Farben, mehr Pinsel, Fineliner und es lohnt sich auch auf jeden Fall alte Zeitschriften zu sammeln, die man später für die Collagen benutzen kann. Hier gibt es von Clarissa eine Liste mit Materialempfehlungen. Ich benutze die Methode auch im Coaching und sehe wie die Klienten damit in die Freude kommen, wenn sie mit den verschiedenen Materialien experimentieren können.

Die größte Herausforderung für mich im Mama-Alltag ist, mir auch wirklich regelmäßig dafür Zeit zu nehmen.

Das geht bei mir auf gar keinen Fall, wenn mein Sohn zuhause ist, denn dann will er natürlich mitmachen. Ich male auch gerne mit ihm, aber wenn ich mein Art Journal hervorhole, dann ist das etwas, was ich nur für mich mache. Als Geschenk für mich selbst und ich mache es, dann wenn er mit seinem Papa auf dem Spielplatz ist. Im Idealfall mit der Disziplin nicht vorher die Spülmaschine auszuräumen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

When we are feeling creative and connected we are our best selves. The selves that inspire others to do the same, that create wonder filled environments for little humans, plants and animals to flourish within, and that emit more joy and wonder into our communities!

Kelly Johnson von  Wings Worms and Wonder

Hier findet ihr ein paar Bilder von mir zu Inspiration:

Intuition
Selbstachtung
Bühne frei
The magic of my life