Wie ich meinen Traumjob gefunden habe

Lena Hedemann_Traumjob
Foto: © Chiara Doveri

Soll ich einfach kündigen? Oder bin ich einfach nur unzufrieden und das hat gar nichts mit dem Job an sich zu tun? Kennst du diese Fragen? Mir ging es lange so. Dabei hatte ich eigentlich einen totalen Traumjob. Ja es war sogar viel besser gekommen, als ich es mir jemals erträumt hätte: Ich konnte in meinem Job viel reisen – und das sogar in der Business Class. Meine Kollegen waren so toll, sie waren irgendwann meine besten Freunde. Und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in der Firma gab es auch. Trotzdem war ich unzufrieden. Der Satz „das kann doch nicht alles gewesen sein“ hämmerte auf mich ein.

Dann habe ich gekündigt, ohne zu wissen was kommt. Bin mit meinem Rucksack um die Welt gezogen. Hab meditiert, in meinem Horoskop und Glückskeksen nach Antworten gesucht und Schamanen um Hilfe gebeten. Doch als ich zurück war, stand ich vor demselben Problem. Ich wusste zwar, was ich nicht wollte und dass in meinem Leben etwas fehlt, doch ich hatte keine Ahnung, was „es“ ist. Auch eine neue Stadt und zwei weitere Jobs, konnten da nicht weiterhelfen.

Irgendwann wurden meine Zweifel größer: Hatte ich mich da in irgendwas verrannt? Ist meine Suche nach meiner Berufung zur Sucht geworden und ich laufe etwas hinterher, was es gar nicht geben kann? Vielleicht gibt es so etwas, wie DEN Traumjob gar nicht. Ich hatte immer wieder Schauspieler und Musiker getroffen und bewundert, die ihren Job lieben und mit voller Leidenschaft machen. Nur hatte das „Leiden“ in Leidenschaft dabei meist eine viel zu große Rolle, denn kaum einer von ihnen hatte keine regelmäßigen Sorgen, die nächste Miete zu bezahlen. Auch mir wurde mittlerweile immer klarer, was ich machen will. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, damit auch genug Geld zu verdienen. Deshalb machte ich dann „lieber“ weiterhin Jobs, bei denen ich zwar gut verdient habe, aber nicht wirklich glücklich war. Es sah für mich so aus, als müsste ich mich entscheiden: Entweder glücklich, aber nicht imstande meine Miete zu bezahlen oder meine Miete sorglos zahlen können und unzufrieden sein.

Luca_Traumjob_Hedemann
Luca bei der Arbeit

Zum Glück habe ich dann Luca getroffen. Er war der erste Mensch, den ich kennengelernt habe, der total zufrieden mit seinem Job ist und mir gezeigt hat, dass es auch anders geht.

Um seinen Traumjob zu bekommen, hat er vor allem eines getan: Er hat daran geglaubt, dass es möglich ist und nicht aufgegeben. Er hat so lange Bewerbungen geschrieben und Vorstellungsgespräche geführt, bis er endlich dort angekommen war, wo er hinwollte. Ohne sich von einer B-Lösung (einem Job, der halbwegs gut ist) verführen zu lassen.

 

Deshalb denke ich heute, der wichtigste Tipp von allen ist: Gib niemals auf! Es lohnt sich weiterzusuchen!

Luca hatte, mir gegenüber, einen Vorteil: Er wusste schon genau, was genau seine Berufung ist. Ich hingegen hatte viele Ideen, von denen ich mir aber keine ganz alleine vorstellen konnte. Und so bin ich selbst ins Coaching gekommen: Weil mir ein Coach geholfen hat zu erkennen, was „es“ ist, was ich machen will und wie ich meine Talente und vor allem meine ganzen Interessen unter einen Hut bringen kann. Mich hat dann so begeistert, wie Coaching wirkt und auf was für kreative Lösungen man damit kommen kann, dass ich selbst damit arbeiten wollte. Und vor allem musste ich mich doch nicht entscheiden für DEN einen Traumjob. Heute arbeite ich nicht nur als Coach, sondern auch als Autorin, Trainerin und Dozentin. Das Thema ist überall dasselbe, doch habe ich dabei ganz viel Abwechslung. Ich denke, das war eine große Blockade von mir:

Ich dachte immer, ich müsste DEN Traumjob bzw. DIE Berufung finden.

Teil meiner Berufung ist halt, dass ich viele unterschiedliche Dinge mache. Und heute bin ich superglücklich damit! Ich bin eine typische Scannerpersönlichkeit, wie Barbara Sher sagen würde.

Ich habe, als ich diesen Post schreibe, gerade eine Postkarte herausgesucht, die Luca mir einmal geschickt hat. Sie hat mir so viel Mut gemacht:

Postkarte zum Traumjob
Die Postkarte zum Duchhalten

Und als ich sie umdrehe, muss ich echt lachen, welcher Satz dort steht: „Love what you do. Do what you love.“ Diese Postkarte hat mich wohl noch mehr inspiriert als ich dachte, denn schließlich steht mein Coaching und meine Website heute unter dem Motto: „Liebe was du tust!“ Danke mein Superhero!